Das Ich bewahren—Forschen gegen Vergessen
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DIDP stellt das EU-Projekt “LipiDiDiet” auf der Horizon 2020 vor .. mehr Freiwillige Probanden für Therapie- und Präventions- studien gesucht ... mehr Spende für das Deutschen Institut für Demenz- prävention ... mehr
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Hintergrund  Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung und einem Rückgang der Geburtenrate erleben  wir zurzeit eine drastische Veränderung in der Altersstruktur der Bevölkerung. Diese  Entwicklung wird zu einer großen Belastung für die jüngeren Generationen. Immer weniger  Beschäftigte werden für immer mehr zu versorgende alte Menschen verantwortlich sein, vor  allen Dingen, wenn diese alten Menschen pflegebedürftig sind. Ein großer Anteil dieser  pflegebedürftigen Menschen leidet unter Demenz und bedarf einer besonderen Zuwendung. Mehr als 65 Prozent der Demenzkranken leiden unter der Alzheimerkrankheit. Trotz intensiver  Forschung in den mehr als 100 Jahren nach Entdeckung der Alzheimerkrankheit ist es nicht  gelungen, diese Krankheit zu heilen. Eine Heilungsmöglichkeit ist auch für die Zukunft noch  nicht absehbar. Frühdiagnose  Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen, und  mittlerweile auch im Rahmen klinischer Routineuntersuchungen, eine beginnende Erkrankung  bereits 5-8 Jahre vor Ausbruch der Symptome festzustellen. Dadurch besteht die Chance durch  Sekundärprävention den Ausbruch der Krankheit zu verzögern oder sogar zu verhindern. Sekundärprävention  Als Sekundärprävention wird die Therapie von Patienten bezeichnet, bei denen die Krankheit  klinisch noch nicht manifest ist, d.h. es besteht kein oder ein nur äußerst geringer krankhafter  Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit, vor allem des Gedächtnisses. Obwohl die Symptome  also noch nicht in Erscheinung getreten sind, hat die Erkrankung organisch bereits eingesetzt  und erste Schädigungen liegen im Gehirn vor.  Prävention der Demenz ist ein relativ junges Konzept, welches bis vor kurzem eine geringe  Bedeutung hatte. International lag der Schwerpunkt der Forschungsmaßnahmen nahezu  ausschließlich auf der Suche nach Heilungsmöglichkeiten. Das Scheitern dieser  Therapieansätze hat zu der Kehrtwendung dieser Einschätzung geführt. Wissenschaftlicher  Hintergrund  Demenzen haben gewöhnlich eine lange klinische unauffällige Phase, während der der Zerfall  der Nervenzellen nur langsam voranschreitet und prinzipiell aufhaltbar ist. Bei der Alzheimer  Krankheit dauert dieser Prozess ca. 30 Jahre. Beim Übergang in die klinische Phase kommt es  zu einer massiven Beschleunigung des Prozesses, welcher einhergeht mit dem Beginn des  unwiederbringlichen Verlustes funktionsfähiger Nervenzellen. Erschwerend kommt der  dramatische Verlust an Synapsen (Informationsspeicher des Gehirns) hinzu, was unter  anderem den Verlust an gespeicherter Information erklärt. Selbst eine theoretische Heilung des Gehirns könnte in der späten Demenz diese Informationen nicht wiedererbringen und ein altes  Gehirn hat nur begrenzte Möglichkeiten des Neuerlernens. Ideal wäre eine Primärprävention. Diese scheitert aber aus praktischen Gründen. Eine  Demenzprimärprävention müsste über mind. 30-40 Jahre durchgeführt werden. Obwohl  möglich, ist aus anderen Präventionsmaßnahmen bekannt, dass diese nur von einem sehr  geringen Teil der Bevölkerung durchgeführt würde. Effektive Sekundärprävention hingegen  findet einen sehr viel größeren Zuspruch, da sie für den Patienten große Vorteile erbringt. Die  Patienten wissen, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb weniger Jahre erkranken  werden, Präventive Maßnahmen zwar jahrelang durchführen müssten, diese dafür aber nahezu  nebenwirkungsfrei sind und häufig zudem die allgemeine Lebensqualität verbessern. Kenntnisstand Präventionsmaßnahmen Von verschiedenen Einzelmaßnahmen ist bekannt, dass diese das Erkrankungsrisiko verringern  können. Allerdings ist bis heute unbekannt wie groß dieser schützende Effekt ist. Deswegen wird mittlerweile oft ein verbesserter Weg verfolgt. Allgemein wird davon  ausgegangen, dass ebenso wie bei vielen anderen präventiven Ansätzen, Einzelmaßnahmen  zwar die oben erwähnten messbare Gruppeneffekte erzielen können, in ihrer Wirksamkeit aber  kombinatorischen Ansätzen klar unterliegen könnten. Das sekundärpräventive Konzept des  DIDP beruht auf einer multidimensionalen Prävention. Dies kann einerseits zu der Kombination  verschiedener Wirkstoffe oder der Kombination ganz unterschiedlicher Maßnahmen führen.  Beispiele sind hier aufgeführt:  Kontrolle der vaskulären Risikofaktoren (Hypercholesterolämie mit engen Grenzwerten,  Bluthochdruck, Diabetes  Ernährungseinstellung und Supplementation (Langkettige Omega-3 Fettsäuren,  Reduzierung bestimmter Risikostoffe, Folsäure und B6/B12 in individuell angepasster  Dosierung) Altersangepasstes körperliches Fitness Programm mit de-finierter Trainingsleistung Kognitive Aktivierung und soziales Integrationsprogramm Therapie depressiver Symptome Optimierung und Anpassung/Ersatz der aktuellen Medikation in Hinsicht auf kognitive  Wechselwirkung Bei dem heutigen Stand der Wissenschaft ist für die Sekundär-prävention immer eine  individuelle Beratung und Betreuung notwendig. Am DIDP selber geschieht dies im Rahmen  wissenschaftlicher Studien, außerhalb der reinen Forschungstätigkeit engagiert sich das DIDP  stark dafür, dass diese Maßnahmen zukünftig auch der breiten Bevölkerung zur Verfügung  stehen. “. 
Demenzprävention